Samstag, 8. Oktober 2011

Waldspaziergang...

Das Leben ist eine Art Waldspaziergang, man muss nur ein bisschen auf den Weg achten und kann bedenkenlos die Schönheit genießen.
Henning Pohlmann



Donnerstag, 24. März 2011

...die letzte Stimme...

Die letzte Stimme,
die man hört,
bevor die Welt explodiert,
wird die Stimme eines Experten sein,
der sagt: "Das ist technisch unmöglich!"
Peter Ustinov



Dienstag, 28. Dezember 2010

Dienstag, 21. Dezember 2010

Baum im Winter

...den Winden trotzend
krallt er seine Wurzeln
in die harte Erde
steht unverrückbar
in der Winterlandschaft
einsamer Baum im Schnee...
Peter Janßen











Donnerstag, 11. November 2010

...ein Muster an Einfachheit...

...alle Rätsel der Welt...




...so schwierig sie sich auch entbieten...




...sind ein Muster an Einfachheit...



...sobald ihre Lösung bekannt ist...
Martin Kessel

Mittwoch, 3. November 2010

Weise ist, wer über alles staunt...

...betrachte den Abend,
als müsse der Tag mit ihm sterben...



...und den Morgen, als wenn alle Dinge
mit ihm zum Leben erwachten...



...von Mal zu Mal erneuere sich
dein Blick auf die Welt...



...Weise ist, wer über alles staunt...
André Paul Guillaume Gide

Sonntag, 24. Oktober 2010

Freundschaft...



...hast Du einen Freund, dem Du fest vertraust, geh oft ihn aufzusuchen!
Denn Gesträuch wächst und Gras auf dem Weg, den kein Wanderer geht...
...EDDA aus der Sammlung isländischer Skaldenpoetik von Snorre Sturlason...



Montag, 18. Oktober 2010

Karl der Käfer...

...tief im Wald zwischen Moos und Farn...da lebte der Käfer mit Namen Karl...



...sein Leben wurde jäh gestört...als er ein dumpfes Grollen hört...lärmende Maschinen überrollen den Wald...übertönen den Gesang der Vögel schon bald....



...mit scharfer Axt fällt man Baum um Baum...zerstört damit seinen Lebensraum...Karl der Käfer wurde nicht gefragt...man hat ihn einfach fortgejagt....



...ein Band aus Asphalt breitet sich aus...fordert die Natur zum Rückzug auf...eine Blume, die noch am Wegesrand steht...wird einfach zugeteert...



...Karl ist schon längst nicht mehr hier...einen Platz für Tiere gibt's da nicht mehr. Dort wo Karl einmal zuhause war...fahren jetzt Käfer aus Blech und Stahl...



...Karl der Käfer wurde nicht gefragt...man hat ihn einfach fortgejagt...
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(die Gruppe Gänsehaut veröffentlichte 1983 den kritischen Umweltsong Karl der Käfer, der damals auf Anhieb ein Riesenerfolg war und auch heute an Aktualität nicht verloren hat)

Montag, 11. Oktober 2010

...der eingeschlafene Wald...

...eines Tages, in einem fernen Wald, war ein ganz kleiner junger Baum. Rings um ihn herum waren große Bäume, mit dem sich der kleine Baum allerdings kaum unterhalten konnte, denn sie waren alle so groß dass sie den kleinen Baum kaum wahrnahmen oder hörten, wenn er sprach...und überhaupt, hatte der kleine Baum den Eindruck, dass die großen Bäume ganz wenig miteinander sprachen. Dabei hätte er selbst soviel zu erzählen gehabt. So kam es aber, dass sich der kleine Baum hin und wieder recht einsam vorkam.



...aber es gab auch Vorteile klein zu sein, denn während sich die großen Bäume nur mit den Vögeln oder hin und wieder sich vielleicht mit einem Eichhörnchen unterhielten, hatte er es einfacher. Denn der kleine Baum war genau so groß wie ein Reh, welche auch regelmäßig zu ihm kamen und ihm erzählten. Es war sehr interessant, den vielen Geschichten der Rehe zuzuhören, manche davon waren einfach zauberhaft und wunderschön…wie jene Geschichte, die er vorgestern Abend von einem jungen Reh erzählt bekam.



...das Reh erzählte von einem verzauberten Bach. Sobald man aus ihm trank, verstand man die Sprache des Wassers. Das Wasser erzählte auch gleich eine lange Geschichte wie es als Regen vom Himmel fiel und in der Erde versank…es dauerte Jahre bis sich das Wasser tief unter der Erde sammelte und zusammenfand und als kleiner Bach aus einem Berg sprudelte und somit wieder ans Tageslicht gelangte. Es erzählte, wie es als Bach in einem großen Fluss floss und von dort ins Meer strömte, bis es nach unbeschreiblich vielen Jahren verdunstete und zum Himmel aufstieg und irgendwann zur Wolke wurde und als Regen herunter fiel, wieder im Boden versank und immer so weiter…



…da hörte der kleine Baum ganz gespannt zu, oder die Geschichte die ihm neulich die beiden Hasen erzählt hatten…von einem Hasenwettstreit, wer wohl die tiefste Höhle unter der Erde buddeln kann. Der Streit ging über Wochen, aber dann war es soweit…eine Hasenfamilie buddelte und buddelte und die Höhle wurde tiefer und tiefer. Nach ein paar Wochen war sie so tief geworden, dass sich kaum noch jemand hinein traute.



Aber einen mutigen Hasen packte der Ehrgeiz und er machte weiter, obwohl der Wettstreit längst gewonnen war. Er buddelte und buddelte weiter und immer tiefer…und gelangte zu einer riesigen unterirdischen Höhle. Die gewaltige Höhle war beleuchtet von tausenden von Kerzen. Mitten in der Höhle stand ein großes unterirdisches Schloss mit vielen Türmen. Der Hase hielt den Atem an, wer mag so tief unter der Erde wohnen? Wer hat wohl die ganzen Kerzen aufgestellt?



...das war mehr als geheimnisvoll…aber er war ein Hase, zwar ein mutiger aber trotzdem…Hasen haben Angst vor unbekannten und geheimnisvollen Dingen. Daher traute er sich nicht weiter, krabbelte wieder zurück, aber da er so tief unter der Erde war, dauerte der Rückweg zur Erdoberfläche eine ganze Weile…als er dann schließlich wieder bei seiner Hasenfamilie war, wollte ihm keiner glauben, von dem unterirdischen Schloss, allerdings wollte es auch keiner überprüfen, denn wie ich schon sagte, Hasen haben Angst.



Ja, solche wunderbaren Geschichten bekam der junge Baum öfter zu hören. Wenn er es sich so überlegte, wollte er gar nicht größer werden. Denn was bekamen die großen Bäume noch mit? Vielleicht waren sie deshalb so stumm, weil ihnen keiner mehr etwas erzählte? Der kleine Baum, wollte das ändern und dachte sich einen Plan aus, damit die großen Bäume wieder miteinander sprachen. Die einzigen, die die großen Bäume erreichen konnten, waren die Vögel und hin und wieder ein Eichhörnchen.



Der kleine Baum sagte zu allen Tieren, die an ihm vorbei liefen…versammelt Euch am frühen Abend um mich herum, ich möchte Euch etwas sagen. Die Tiere trugen diese Mitteilung weiter und am Abend versammelten sie sich rings um den kleinen Baum…Hasen, Rehe, Mäuse, Füchse, Vögel, Eichhörnchen sogar einige Wildschweine. Es wurde richtig voll um den kleinen Baum. Keiner konnte sich daran erinnern, jemals eine solche Versammlung gesehen oder erlebt zu haben. Nur die großen Bäume, regten sich nicht, kein Wort sagten sie zu diesem außergewöhnlichen Zusammentreffen...



...der kleine Baum war schrecklich nervös, bei so vielen Gästen, fasste sich ein Herz und begann seine Rede…Ich danke Euch für Euer zahlreiches Erscheinen. Dieser Wald ist unser aller Zuhause, voller wunderbarer Dinge und Geschichten. Trotzdem ist er ein Wald des Schweigens. Die großen und erwachsenen Bäume schweigen, sie reden kaum miteinander, dabei leben wir alle hier zu ihren Füßen. Sie geben uns Schutz vor Wind und Wetter, sie schützen uns vor Feinden, sie geben uns Nahrung und ein Zuhause. Doch er ist verstummt! Er redet nicht mit uns! Ist Euch das noch nicht aufgefallen? Die versammelten Tiere schauten sich an und murmelten miteinander, viele nickten mit den Köpfen.



Ich denke, wir sollten dem Wald helfen, wir sind es ihm schuldig, bringen wir ihn zum Reden. Wie sollen wir das tun? Es sprachen nun viele Tiere durcheinander. Der kleine Baum winkte mit seinen feinen Zweigen und die Tiere verstummten. Wie ihr wisst, gibt es so viele wunderbare Geschichten im Wald und jeden Tag kommen neue hinzu. Teilt diese Geschichten den großen Bäumen mit, vor Allen ihr, die Vögel und Eichhörnchen, ihr seid die einzigen, zu denen die Bäume hin und wieder Kontakt haben. Teilt ihnen mit, was im Wald geschieht, erzählt von der Wassergeschichte des Rehs, oder der Höhlengeschichte der Hasen und alle anderen wundervollen Geschichten…ich denke, meine großen Geschwister werden sie mehr als willkommen heißen…ich bin sicher, unser Wald wird zu einem neuen Leben erwachen! Zieht nun los und erzählt den großen Bäumen all Eure Geschichten und warten wir ab, was passiert…vielleicht schaffen wir das Wunder und erwecken die Herren des Waldes.



Mit lautem Beifall ging das Treffen der Tiere zu Ende. Die Vögel flogen zuerst in die Bäume und sagten ihnen ihre Geschichten vor, die noch nie ein Baum je zuvor gehört hatte. Die Mäuse bildeten einen Kreis um die Bäume und tanzten…die Wildschweine trommelten an die Bäume und rüttelten sie wach.



...im Wald war plötzlich alles beschäftigt, doch es wurde schnell dunkel und Nacht. Am nächsten Morgen ging es schon früh weiter, den Bäumen wurde kaum Ruhe gelassen, anfänglich reagierten sie gar nicht…dann erwachte ganz langsam ihr Interesse und nach einer Woche hörten sie zu, weil die Tiere nicht nachgaben, ihnen zu erzählen und vorzusingen.



Es war, als hätten sie lange Zeit geschlafen und wären nun erwacht. Es ging ein Rauschen und ein Wispern durch die Bäume, sie tauschten sich die Geschichten aus, die sie gehört hatten, nahmen Teil an dem Geschehen im Wald, sprachen mit den Tieren und untereinander. Die Bäume erinnerten sich wieder an die „alten“ Geschichten ihrer Kindheit und die Tiere hörten staunend zu.



Ein Baum wusste sogar von dem unterirdischen Schloss zu berichten, doch das ist eine andere Geschichte. Die Bäume konnten selbst nicht verstehen, warum sie solange geschwiegen hatten, irgendwann gab es einfach nichts mehr zu erzählen und die Meisten wurden sehr müde und schliefen dann einfach ein.



Der kleine Baum war glücklich, er wurde zum Held des Waldes…mittlerweile ist er noch ein ganzes Stück gewachsen und aus dem einst stummen Wald ist eine riesengrosse Familie geworden, in der jeder auf jeden aufpasst und keine Geschichte verloren geht...



..."der eingeschlafene Wald" stammt aus der Feder von Jochen Börner, der diese Geschichte für seinen Sohn Mark-Philip schrieb, der seit 1994 im Wachkoma liegt...herzlichen Dank für die Genehmigung zur Veröffentlichung. Die Fotografien wurden von mir speziell für diese Geschichte aufgenommen...